Tour in die Feldschlösschen-Brauerei am Freitag, den 17. April 2009
Hinweis: Dieser Blogeintrag ist co-produziert von meiner bezaubernden Freundin Pia Luisa von Schoof. Die hat nämlich einige von den Fotos geschoßen und außerdem einen goldigen Humor. Ihre Beiträge werden daher gülden daherkommen.
Die letzte Wochen habe ich in einem fast eheähnlichen Zustand mit Pia verbracht. Nachdem ich mich am
Dienstag, den 14. April 2009, riesig über die Rückkehr meiner drei
Jirls nach der Ostereinsamkeit gefreut habe, waren Pia und ich am Mittwoch,
wie ich schon berichtet habe, fast vollständig zusammen und fast vollständig im Freien. Donnerstagabend sind wir dann bei mir versackt und ich habe Pia den brillianten Film "Der blutige Pfad Gottes" vorgeführt. Weil es so fürchterlich geregnet hat, ist das Piachen dann auch bei mir geblieben und wir haben uns erst am nächsten Morgen um 10 Uhr wieder verabschiedet. Ich musste in die Uni und ein Gruppenreferat halten, das trotz erhöhtem Schwierigkeitsgrad (Karl Bühler zu lesen ist nicht ganz ohne) und trotz meinem generell zerstreuten Zustand ziemlich gut gelaufen ist. Um 13 Uhr habe dann schon wieder Pia am Bahnhof getroffen, um gemeinsam mit ca. 20 anderen Erasmusstudenten (ein paar bekannte, ein paar unbekannte Gesichter darunter) nach Rheinfelden zur Feldschlösschen-Brauerei zu fahren. An dieser Stelle will ich meinen Bericht also fortsetzen:

Der Rheinfeldener Bahnhof begrüßt uns mit fetten Regenwolken, die sich natürlich...

...während wir klassenfahrtsmäßig im Entenmarsch zum Brauereischlossberg hoch-
stiefeln mit dicken Hagelkörnern über uns entleeren. Wie sollte es anders sein?
Zuerst wurde uns ein Feldschlösschen-Propaganda-Film vorgeführt, der uns beizubringen versuchte, dass Feldschlösschen das beste Bier des Universums ist und wir nur noch Feldschlösschen trinken sollen und dann fand eine Werksführung statt, die recht interessant gewesen wäre, wenn man zugehört hätte und sich nicht die ganze Zeit mit anderen Dingen wie der schönen Aussicht und Flachwitzen beschäftigt hätte.

Nach dem Propaganda-Film, der mich hart an die Simpsons-Aufklärungs-Filme mit Troy McClure erinnerte und in dem penetrant oft die Phrase "Der Bauer und der Brauer" vorkam, durften wir die feinen Ingredienzien, die es zum Bier-Brauen braucht, beschnüffeln und befühlen. Das Dunkle dort ist dunkles Malz, das etwas nach Kaffee riecht. Ob schon jemand auf diese Idee gekommen ist: Bier, das nach Kaffee schmeckt? Wer weiß.

Pferdenärrin Pia gibt für mich das Pferd, das sich über den Hopfen freut.

Ich bin wohl meinem Wesen nach ein Nagetier... Vielleicht ein Nutria!!

Apparaturen für Ich-Weiß-Nicht-Was (Tut mir leid, ich habe bei der
Führung auch nicht zugehört, sondern lieber mit Pia Quatsch gemacht).

Aber diese schönen Kupferkessel sprechen doch für sich...

Genauso wie diese junge Bierkonsumentin
Achja, Feldschlösschen stellt auch ein total alkoholfreies Bier für den arabischen Raum,her, das heißt moussi-Bier. Über den Namen habe ich mich sehr gefreut. Das Bier kann allerdings im europäischen Raum nicht verkauft werden, weil es die Süße von Sirup hat...
Pia führt hier die Führungshörgeräte vor, die dazu dienen sollten, auch in der lauten Umgebung der Maschinen der Führung akustisch folgen zu können. Weil wir aber mental bereits lange ausgestiegen waren und es uns physisch nur noch nach der Bierverkostung gelüstete, halfen die Teile auch nix mehr.

Eines von Pias Lieblingsbildern: Aussicht mit Torbogen

Eines meiner Lieblingsbilder: Pia hält einen trillionen Tonnen
schweren Bierbottich mit ihren zarten Klavierspielerfingern hoch.

Sometimes in a brewery it just smells.

Hier sind wir bei den Stallungen, wo die Brauereipferde wohnen. Zu Pias Leidwesen waren die aber gerade nicht zu Hause. Gestunken hat es trotzdem, auch wenn ich versuche, mir das auf diesem Bild nicht anmerken zu lassen.

Unfug auf dem Volles-Leergut-Gelände: Pia hat das Biar liab...

Icke ooch: allet meens (mein Schatz chrrrrrrr).

Wo wir uns ebenfalls lange ausgehalten haben, ist die Abfüllanlage. So viele Flaschen
und alle in Bewegung, das flasht, wenn man nicht gerade hier arbeiten muss.

Kurz vor Ende der Tour gibt es eine Galerie mit alten Werbeplakaten der Feldschlösschen-Brauerei.
Und durch Zufall hörte ich gerade hin, als uns unsere Führerin erklärte...

...dass 1907 das letzte Mal mit Kindern Werbung für Bier gemacht wurde.

Sehr gefreut haben Pia und ich uns auch über diese Plakat aus den 70er Jahren.

Und endlich ging es zur Verkostung. Nach zwei Stunden Führung-Ignorieren
und Unsinn-Machen ist man ganz schön durstig. Mein Favorit: Hopfenperle.

Mit dabei waren auch Venla, eine Finnin aus Pias Wohnheim und deren ebenfalls finnische Freundin.

Neu dazu kennen gelernt haben wir Johannes, einen frohsinnigen Hessen, der eigentlich mit Freundin in Berlin wohnt, einen
megafeinen Humor besitzt und fast jeden Dialekt ausgezeichnet nachahmen kann, so dass sich sogar die Berliner Seele darüber freuen kann und nichts von wegen "aufgesetzt" in ihren Bart brabbeln muss. Von ihm haben wir uns auch den inflationären Gebrauch der Vokabel "
megafein" angewöhnt.

Mittlerweile hatten wir soviel Bier getrunken, dass Pias Auge verrutscht war.
Auch wenn ich von der Führung nicht so viel mitbekommen habe, weiß jetzt in etwa wie man Bier braut und die lebenswichtigsten Informationen wurden uns ohnehin erst bei der anschließenden Bierverköstigung geboten. Dabei durfte man alle Feldschlössenprodukte ausprobieren, was dazu führte, dass wir nun wissen, welches Bier wie mögen und welches nicht und dass wir alle mit einem ordentlichen Schwipps nach Hause fuhren. Paula lud spontan und in Bierlaune alle Mitreisenden zu sich nach Hause ein. Das waren zwar mehr Leute als Paula Stühle hat, was aber nicht unsere Laune trüben konnte und es wurde ein lustiger Abend. Ich weiß allerdings nicht, was Paulas Mitbewohner über die Sache dachten...
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