Samstag, 7. März 2009

Haie, Pudel, Friedenspanzer

5. Fasnachts-Newsletter

Rückblick: 2. bis 4. März 2009

Am Montag nach dem Morgestraich habe ich wegen der anstrengenden vergangenen Tage bis halb fünf geschlafen (nachmittags). Es sollte sich herausstellen, dass das keine besonders gute Idee gewesen ist, weil mein Schlafrhythmus seitdem fundamental aus dem Gleichgewicht geraten ist und es mir schon davor graut, in der nächsten Woche wieder in die Uni gehen zu müssen.

Am Dienstag habe ich kaum etwas geschafft und mich andauernd darüber geärgert. Abends kamen dann Annika und Pia zum Abendbrot vorbei: Es gab selbstbelegte Minipizza und Avocadobrote (Ich habe Pia mit meiner ausgezeichneten Avocadocreme zur Avocadistin bekehrt). Annika musste danach los, aber mit Pia hab ich noch schön gemütlich einen Film gesehen (Benjamin Button - nicht zu empfehlen, laaaaaaaaaaangweilig).

Mittwoch haben wir (Lea, Annika, Anne, Pia und ihr Freund, der inzwischen auch für eine Woche in Basel ist: Jan) uns dann getroffen, um endlich noch ein bisschen was von der Fasnacht mitzubekommen. Es war fulminant. Wieder gilt, was ich schon vom Morgestraich berichtet habe: Wer nicht dabei war, kann sich das eigentlich nur sehr schwer vorstellen. Ich werde auch noch mal ein Video posten, um die Imagination vielleicht ein bisschen anzuregen.

Vielleicht zum Verständnis der Basler Fasnacht noch ein paar Informationen vorausgeschickt:

Die Basler Fasnacht ist streng in Aktive und Zuschauer geteilt. Nur die Aktiven verkleiden sich. Alle Aktiven sind in irgendeiner Clique organisiert. Am Montag und am Mittwoch der Fasnacht finden Straßenumzüge (genannt Cortège) der Cliquen mit einem großen Wagen statt. Zu diesem Anlass ziehen sich alle Cliquenmitglieder die gleichen Kostüme an, die zu ihrem diesjährigen Sujet passen. Vom Wagen aus wird Konfetti auf die Zuschauer geworfen und werden Blumen, Orangen und Bonbons verteilt (übrigens schön schweizerisch: Nichts wird einfach wahllos in die Menge geschleudert, sondern bei jedem Wurf wird eine Person im Publikum angezielt oder es wird gleich von Hand zu Hand überreicht, so dass es keine Verschwendung gibt.) Verschwenderisch umgegangen wird hingegen mit dem Räppli (Konfetti): Als Zuschauer muss man stets auf der Hut sein, dass man nicht von einem Fasnächtler mit Räppli überhäuft oder gar „ausgestopft“ (grosse Mengen Konfetti werden unter die Kleidung befördet) wird. Es ist ungeschriebene Regel, dass aktiven Fasnächtlern (in Kostüm und Larve) keine Räppli angeworfen werden. Ein beliebtes Ziel sind allerdings Zuschauer, die keine Plakette tragen.

Ich hatte eine Plakette und wurde trotzdem ausgestopft... Einmal wollten zwei junge Fasnächtler zwei ganze Säcke über Lea und mir auskippen, aber wir sind schreiend davongerannt und waren mit unseren Turnschuhen klar im Vorteil gegenüber ihren Holzschuhen. Lea sagte, dass die jungen Kerle es bei der Fasnacht es ganz besonders auf junge Frauen abgesehen hätten. Ich hatte mir sowas schon gedacht...

Pudeldamen von vorne

und von hinten

Ich weiß nicht, ob hier vielleicht auf Bruno angespielt wird, der aus Italien
auch in die Schweiz kam und dann in Bayern von Finnen erschossen wurde?!

1. Professionelle Methode, um das Publikum mit Konfetti zu beglücken:
Ein Küchensieb voller Räppli wird über jemandem ausgeleert.

komische Vögel

Keine Ahnung was die sind, aber orange war
dieses Fasnacht eine sehr dominante Farbe

Diese Kostüme fand ich extrem lustig.

Die zwei coolsten Zuschauer überhaupt.

Der Wagen der Clique "Basler Clochard's"

2. Professionelle Methode, um das Publikum mit Konfetti zu beglücken:
Kanonenrohre, aus denen Räppli geschossen werden.

Es gab auch ein paar Kutschen. Die haben dafür gesorgt, dass
manche Räppli-Alleen richtig schön gerochen und geklebt haben ..

Damen auf dem Weg zum Picknick

Dieses Küken haben drei Tage Dauerfeiern wohl ausgeknockt.

Die Kostüme als Computer fand ich auch scharf, muss irgend-
was mit Kritik am Überwachungsstaat zu tun gehabt haben.

Ein Hai schwimmt durch die Menge.

Diese Mutti hatte ihren Kinderwagen zu einem
Blumen-Orangen-Bonbon-Transport-Gerät umfunktioniert.

Gemeinschaftlich kostümiert als Sado-Maso-Gang.

Diese Clique wollte offensichtlich so etwas wie
besonders häßliche Waldschraate darstellen.

Und zum Schluss: ein Friedenspanzer mit verknotetem Kanonenrohr.

1 Kommentar:

  1. Das sind do viele Bilder, da kann man eine Ahnung davon bekommen, wie und was da los war. Nach solch einer Woche braucht man wirklich ein Jahr, um dann nächstes Jahr wieder Kraft und Lust zu all denem hat.
    Ich kann mir nur vorstellen, was da für ein "Lärm" war, wenn da vielleicht verschiedene Gruppen auf ihren Instrumenten spielten.
    Oder wie war die "Stimmen"-welt während dieser Tage?

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