Montag, 23. Februar 2009

Bankkonto und Schokolade


Rückblick: Montag, 16. Februar 2009

Nach dem Mittagessen ging jeder seiner Wege und ich machte mich auf die Suche nach der "Basler Kantonalbank" - eine SEPA-fähige Bank, die es Studenten leicht macht, ein Konto zu eröffnen. Und tatsächlich ging alles sehr unkompliziert, schnell und serviceorientiert über die Bühne; eine Wohltat, nachdem ich zu Hause so viele Scherereien mit der Sparkasse gehabt hatte vor meiner Reise. Gleich nachdem ich also ein Schweizer Bankkonto eröffnet hatte (!!!), ging ich in einen Migros (Supermarktkette) und kaufte mir Schweizer Schoki. So hatte ich mir meinen ersten Tag vorgestellt.

Im Mobilfunkgeschäft stellte sich heraus, dass es einen Prepaid-Anbieter gibt, mit dem man sehr günstig ins Ausland telefonieren kann. Hab ick natürlich ooch gleich zujeschlagen. Kann ick jetze, die die keen Skype aber een Festnetz ham für janz wenig Kohlen anrufen, nämlich für 9 Rappen (0,06€)!

Es war über diesen ganzen Erledigungen und dem dazugehörigen Stadt-Erkunden und Ab-Und-Zu-Fast-Verlaufen ziemlich viel Zeit vergangen und ich machte mich auf den Rückweg. Am Erasmusplatz angekommen musste ich aber leider feststellen, dass keiner zu Hause war . Ich hatte am Montag nämlich noch keinen Haus- und Wohnungsschlüssel, der wurde mir von der leicht diktatorischen Studentischen Wohnvermittlung WoVe erst am Dienstag persönlich ausgehändigt. Ich entschloss mich also, ein wenig meine nähere Wohnumgebung zu erkunden und möglicherweise mein PC-Problem zu lösen (dazu später etwas mehr).

Den angeblich in der Nähe gelegenen Aldi fand ich leider nicht, auch das PC-Problem ließ sich vorerst nicht lösen, dafür entdeckte ich aber ein sogenanntes "Brockenhaus". Das ist so etwas wie ein Trödler bei uns. Davor war ein kleines heruntergekommenes Fahrrad geparkt (parkiert - wie man in der Schweiz sagt) - genau das, was ich für meinen Aufenthalt in Basel suchte. Mit dem freundlichen Ladenbesitzer türkischer Abstammung ("Ach, Du kommst aus Berlin? Da hat ein Onkel von mir ein Kebabhaus.") wäre ich beinahe ins Geschäft gekommen, nur stellte sich heraus, dass das Tretlager kaputt gewesen sein musste, denn das Rad (Velo - wie man hier sagt), ließ sich nicht fortbewegen. Wir verblieben so, dass er mir versprach, die Augen offen zu halten und ich ihm versprach wieder vorbeizuschauen. So machte ich mich auf den Heimweg und traf auch meine Mitbewohner alle an, die sehr kommunikativ und immer für ein Pläuschchen in der Küche - gerne auch bis nachts um eins - zu haben sind. Damit ging mein erster langer Tag zuende und ich habe ungefähr hundertmal gedacht: "Ist heute wirklich erst Montag?"...

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